Samstag, 20. Dezember 2014

Gedankenspiel

Ich möchte mal auf hohem Niveau rumjaulen: Ich bin etwas neidisch. Und zwar auf die Menschen, die nur ein altes Auto haben. Eines welches ihnen reicht, eines womit sie völlig zufrieden sind.
Eines um das sie sich kümmern.
Eines das sie in und auswendig kennen. Und das eine, daß sie für immer behalten wollen. Ich habe das leider nicht. Ich habe nicht das eine Auto gefunden das ich haben will. Ich habe die eierlegende Wollmilchsau noch nicht gefunden.
Einige tolle Autos hatte ich schon, aber keines welches all meinen herrschaftlichen Bedürfnissen gerecht wurde. Dabei hätte ich auch so gerne nur ein Auto (ich rede hier nur von alten Vehikeln, da ich keinen Neuwagen besitze). Eines für immer. Also ich meine damit, daß dieses eine Auto reicht und man keine anderen mehr braucht.
Früher habe ich diverse VW Käfer. Und ich bin in diesem luftgekühltem Kosmos aufgegangen. Ich wollte nix anderes mehr. Tja, aber es kam anders. Nun muß ich mich seit Jahren mit verschiedenen Motorenkonzepten, Karosserievarianten, oder der Bestimmung von Ersatzteilen in schmuddeligen Kisten auf dreckigen Oldtimermärkten auseinandersetzen, anstatt das gesuchte Teil schon auf  20 Metern zu erkennen. Dabei wäre ein Vehikel soviel einfacher.
Nicht dauernd nach Unmengen von Reifen suchen, da an allen Karren die Pellen runter sind; nicht alle Kisten ohne TÜV oder maßlos überzogene Wartungsintervallen in Garagen rund um den Wohnort mit leeren Tanks verteilt rumstehen haben; ect.
Doof ist dabei halt, daß ich zu den wenigen Menschen gehöre, die nur über ein Hinterteil verfügen. Demzufolge sitze ich manchmal im "falschen" Auto.
Versteht mich richtig: Ich mag die Autos die ich habe. Wirklich.
Das US-Coupe´mit V8 ist herrlich. Aus privaten moralischen Gründen für mich aber im Winter - zumindestens bei Salz - nicht zu benutzen. Aus den selben Gründen, steht er auch in einer weiter entfernten Halle und nicht auf der Straße, damit sich der geneigte Vandale nicht an ihm austobt - hier in der Gegend ein immer beliebterer Spaß bei den ganzen Hartzern. Somit ist er meinem täglichen Zugriff entzogen. Das ist schonmal extrem doof. Zum transportieren etwas sperrigerer Dinge, ist so ein Coupe´ allerdings auch Klo.
Als nächstes Alltagsauto steht bei mir seit langem der 170er auf dem Plan (die ewige Baustelle).
Den habe ich als Limo, hätte ich aber gerne als Kombi. Sieht meines Erachtens besser aus und ist auch noch herrlich praktisch.



Hmm, noch besser wäre es wenn er Allrad hätte. Das wäre eine sehr alltagstaugliche Geschichte. Gibt es aber nicht. Müßte man sich umbauen und am besten direkt einen dickeren Motor einsetzen -also eine umfangreichere Aufgabe die eher...sagen wir mal: hinten ansteht (zudem müßte ich erstmal einen Kombi finden!). Also könnte noch ein Allrad her, weil ich die Geil finde.
Sowas hier?



Jeep Cherokee finde ich echt gut. Relativ leicht und klein, trotzdem viel Platz. Robust wie blöd und auch als 4 Liter anständig motorisiert und zuschaltbarer Allrad. Teilepreise erfreulich gering und somit ein recht reuelos zu bewegendes Fahrzeug. Fein für den Winter, aber etwas "modern".
Die größeren Verwandten sind natürlich auch nicht zu verachten



 



Aber eigentlich noch lieber sowas:


Chevy K30 fährt sich entspannt im Verkehr. Damit nimmt dir keiner mehr mit Absicht die Vorfahrt - das dürfte fatal enden.
Ich mag es ja bei so Karren auch lieber spartanisch und grob.
Bei sowas militärischem ist natürlich etwas offenes auch sehr gut:





Noch besser welche mit Ketten:

Hanomag SdKfz 251. Das finde ich echt schweinegeil. Ist auch noch halbwegs handlich.



Der Framo wäre auch fein. Ist aber doch wat groß...


Tschja, das wäre schon nicht so verkehrt. Geht im Alltag aber schwer ans Eingemachte. Vom Verbrauch mal abgesehen, sind z.B.:die Kosten für die Gummipuffer der Gleisketten schon eher monströs.

Geil wäre auch sowas:




Pohar! Weniger ist dann nur noch Motorrad fahren.

Ein Alltagscoupe´ sollte auch was feines sein. Hatte schonmal einen Versuch mit einem Opel Commodore A GS hingelegt.





Hübsches Auto im richtig gutem Zustand. Bin auch sehr viel gefahren damit, aber der löste sich trotz intensivster Pflege langsam aber sicher überall auf, da die Qualität eher Müll war/ist. Zudem war seine Vergaseranlage recht empfindlich und bei feuchtkaltem Wetter eher problematisch. Also nix für immer.
Damit rückten die US-Coupe´s in den Focus. Aber welches nehmen? Gibt so viele schöne.
Heckflossen scheiden aus. Es gibt so gut wie kein Heckflossenauto, daß mir so recht zusagt.
So geht das gerade noch:



So 30/40er Jahre sind schon besser. 60/70er Jahre US-Coupe´s finde ich in der Regel viel schöner. Zwar bisweilen auch etwas nachlässig verarbeitet, dafür aber schön stabil. Nur - ich wollte nicht so einen Riesenbrecher.

Buick Riviera 63-65 haben mir sehr zugesagt. Sind nur auch nicht gerade klein, sondern die Obergrenze dessen was ich fahren wollte (im PKW Berreich). Der Zustand sollte halt schlechter sein, damit mich die Alltagsfahrerei nicht reut.



Gut, Riviera ist nun im Haus, aber es ist aufgrund privater Umstände anders gekommen und nu ist nix uneingeschränktem Alltag mit diesem Wagen.
Bevor der Buick ins Haus kam, liebäugelte ich (und tue es noch immer!) mit einem 67/68er Dodge Dart.




Schön angeranzt, mit einer mittleren (V8) Motorisierung. Nicht zu groß und nicht zu klein, mit Automatik und ansonsten ohne alles. Das würde mir gefallen und es wäre sicher ein sehr gutes Alltagsauto geworden.
Hach ja...jetzt wo ich das gerade schreibe, merke ich auch direkt wieder, wie gerne ich den haben will. Argh!

Wunderschön finde ich ja auch immer noch den Plymouth Barracuda.



Gefällt mir mir besser als Charger und Co. Aber seit dem Mopar Muscle Car Hype, sind die preislich in Regionen gewandert, die uninteressant geworden sind. Das sind sie in meinen Augen einfach nicht wert. Für weniger Geld bekommt man auch was schönes.
Trotzdem sind die Karren nicht sonderlich praktisch. Es gibt nunmal recht häufig Momente im Leben, in denen man was größeres Einladen muß.
Möbel, sperrige Autoteile, Kräder, Kinder, Sperrmüll zum Entsorgen oder mit nach Hause nehmen, diverse Cracknutten ect.
Also doch wieder Bus oder Kombi? VW T1/T2 Bus ist was feines, aber die Preise für so einen Hasenstall sind mir zu meschugge. Da bekommt man ja Angst mit zu fahren, wenn man sieht was das mittlerweile kostet.


Aber es gibt ja auch feine Alternativen:







Jetzt wo der Winter hereinbricht, empfänd ich ja als Ersatzdroge für den Buick ja auch einen ollen Chevy Caprice sehr ansprechend.




Plüschig, V8, völlig egal wie er aussieht, aber immer noch tausend mal schöner als ein Letzthandpolo.
Ne, den Caprice finde ich wirklich gut. An einem kalten Wintermorgen raus auf die Straße treten, den Becher mit heißen Kaffee auf den mit Raureif überzogenen, runtergerockten Lack des Daches abstellen, die Scheiben freikratzen, mich in den plüschigen Innenraum wälzen, den epischen Graugußklumpen unter der Haube erwecken, in D schalten und mich am Klang zu erfreuen und den meterlangen Kondenswolken an jeder Ampel zuzuwinken - schließlich verdecken sie erfolgreich die Armutszeugnisse der modernen Fortbewegungsindustrie.

Tschja, alles in allem muß ich wohl extrem viel Geld mit extrem wenig Zeitaufwand verdienen, damit ich extrem viel Zeit mit meinen ganzen zukünftigen Fahrzeugen verbringen kann.
Dann mache ich das jetzt wohl mal....

2 Kommentare:

  1. Ey, das is ja mein alter Caprice auf den letzten Bildern! Das kanadische Nummernschild hängt hier im Wohnzimmer. Musste den damals leider für 800 Dollar an eine Filmfirma verkaufen, die werdens der Karre schon besorgt haben. War ein gutes Auto, denke gerne dran zurück! Gruß von Dennis aus MI.

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    1. Genau! Den hattest du damals im OSG-Forum gepostet als du in den Staaten warst. Den Wagen fand ich damals schon schweinegeil. deswegen hatte ich mir auch die Bilder runtergesaugt.Der Innenraum rockt.
      Die Welt ist klein, wa?

      Gruß, Marco

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