Es wurde mal Zeit für einen Urlaub.
Österreich ist ist für mich zwar immer eine Reise wert, aber der
letzte Urlaub dorthin hat für mich hinterher noch einen echt miesen Beigeschmack bekommen, der ihn mir in der Retrospektive versaut hat. Deshalb wäre ein neuerlicher Sommerurlaub dorthin doch noch emotional stark belastet und dies wollte ich mir noch nicht antuen.
Vielleicht wird es zum Herbst hin besser und ich düse doch nochmal runter, mal sehen.
Also ging es woanders hin.
Richtung Skandinavien wollte ich immer schon mal, hatte es aber bisher nicht vollzogen. Nun bot sich eine gute Gelegenheit an vor Ort (bei Stockholm) einen "Ankerpunkt" zu haben, welche ich spontan ergriff und somit meinen Urlaub auf dieses Reiseziel legte.
So, nun war durch Bockhorn meine Fahrzeugwahl schon getroffen worden und es galt den Transit für beide Ereignisse vorzubereiten. Sprich Wartung und Ersatzteile zusammensuchen.
Gut, gegen alles kann man sich nicht wappnen, wird schon schief gehen.
Neben dem Kraftwagen gabe es natürlich noch so einiges andere Vorab zu erledigen. Und zwar brauchte ich wegen meinen Medikamenten schonmal von den Behörden und Arzt beglaubigte Dokumente, um sie mitführen zu dürfen. Schweden hat diesbezüglich Vorgaben die es einzuhalten gilt. Desweitere war die Route nach und durch Schweden selber noch zu finden.
Da ich eh schon in Norddeutschland war, hatte ich von hier eine günstige Position um nach Skandinavien zu gelangen.
Hierbei ergaben sich drei Möglichkeiten:
1. Der komplette Landweg über Dänemark mitsamt aller Brücken nach Schweden rein.
2. Von Fehmarn mit der Fähre nach Dänemark und von da über die Öresundrücke nach Malmö.
3. Von Travemünde komplett mit der Fähre nach Schweden.
Route 1. ist unter dem Strich preislich am günstigsten, aber auch von der Fahrzeit und den Kilometern her am längsten.
Route 2. von Bockhorn bis Fehmarn ist es nicht brutal weit, Fähre kostet schon was, fährt aber nur 45 Minuten. Danach noch die Öresundbrücke und man ist in Schweden.
Route 3. ist ziemlich kostspielig, aber in meinem Falle wäre es über Nacht mit
rund 6 Stunden Überfahrt, ausgepennt in Schweden von Bord rollen und von da nur noch die restlichen 800 Kilometer nach Stockholm.
Aaaber, da ich hier über Nacht fahre, besteht eine Kabinenpflicht welche nochmals extra kostet. Und dies wäre in meinem Falle empfindlich mehr, da zu dem Zeitpunkt nur noch noblere und somit deutlich teurere Kabinen frei waren.
Hmm, nä.
Ich entschied mich für die Route 2.
Vorab buchte ich die Fähre und da gab es tatsächlich noch eine Option Fähre und Öresundbrücke zusammen zu buchen - zu geringerem Preis. Dies war für mich die beste Option.
Also ging es von Bockhorn aus Richtung Fehmarn zum Verladesteg der Fähre.
Da ich schon vorab buchte und hierbei auch meine Fahrzeugdaten durchgeben mußte, hatte ich vor Ort keinerlei Anmeldegedöne zu vollziehen, sondern durfte direkt an der Passierstation durch auf die Auffahrspur fahren.
Das war sehr angenehm.
Also raus aus dem Auto und hoch an Deck um die Aussicht zu genießen.
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| die andere Seite |

Das war schonmal sehr geil.
Runter von der Fährte ging es genau so flott wie rauf und man rollt direkt in die dänische Grenzstation hinein. Der dortige Posten war gut gelaunt und sprach mich im perfekt Deutsch an.
Er interessierte sich aber so garnicht für meine Medikamente oder Dokumente, sondern es entwickelte sich ein angeregter Schwatz über alte Autos.
Das ist ja schonmal ein guter Anfang.
Nach der "Kontrolle" ging es noch zur Brennstoffaufnahme (nur E10 gab es da) und dann endlich fuhr ich Richtung Kopenhagen um dort über die Öresundbrücke nach Malmö in Schweden zu gelangen.
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| Tunnel unter dem Meer bis zur Insel Saltholm (bzw. der vorgelagerten Peberholm) |
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| und über Tage ist man schon auf dem Ausläufer der Brücke |
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| Gemütliches Truckertempo. Mehr durfte oft auch nicht gefahren werden |
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| auf der Brücke überschreitet man die Grenze |
Nach der Brücke gab es auf schwedischer Seite abermals eine Grenzkontrolle. Die bestand aber nur aus freundlichem Ab - und durchwinken als ich meine Medikamentenpapiere hob. Na toll, das Behördentheater deswegen hätte ich mir wohl sparen können.
Egal, weiter auf die Bahn. Ich wollte noch einige Kilometer hinter mich bringen, bevor ich mir einen Platz zum rasten suchen wollte. Das Jedermansrecht gibt einen in Schweden nämlich die Möglichkeit nahezu überall sein Fahrzeug hinzustellen und dort zu nächtigen. Wärend der Fahrt kam keine Langeweile auf, denn die Straßen waren angenehm leer und ich hatte eine angeregte Telefonkonferenz mit zwei Damen.
Da verfliegt die Zeit.
Letztlich fand sich im Hinterland ein lauschiges Plätzchen wo ich die restliche Nacht verbrachte.
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| Kaffee |
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| weiter geht´s, sind ja noch so ein paar Stunden zu fahren |
Zwischendurch war auch wieder Brennstoff nachzufüllen. Diesmal aber wieder ohne E10, den der Transit hatte seit dem letzten Tanken angefangen zu zicken. Komisch, eigentlich sollte es ihn nicht so kümmern, aber vielleicht war doch Wasser im Treibstoff?
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| Umgerechnet 1,60 € im übrigen |
Links und rechts der Bahn gab es genug Möglichkeiten zum verweilen, ich hatte ja keinen Streß am Hals.
So langsam veränderte sich die Landschaft auch zusehends und es wurde immer mehr Felsendurchzogen.
Am späten Nachmittag traf ich dann auch an meinem Wohnort für die nächste Zeit ein.
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| da mußte ich aber erst anhalten |
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| geschafft |
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| der Garten war niedlich |
Nach einer herzlichen Begrüßung und einer kurzen Ankommensphase, ging es direkt raus um durch die Gegend zu spazieren. So richtig dunkel wurde es nämlich nicht mehr, da Midsommar schon in einigen Tagen sein würde.
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| Öhmm...? |
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| Das ist echt verrückt. Jeder zweite hat so `nen Felsen im Garten |
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| um die 23.00 Uhr |
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| so wie hier, handhaben es richtig viele Hausbesitzer. Alles ist irgendwie nett gemacht und beleuchtet |
Die nächsten Tage verbrachte ich tagsüber mit erkunden der Umgebung, da die Dame leider arbeiten mußte. Da es aber herrlich lange hell ist, kamen wir schon auf unsere Kosten.
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| zwischendurch mußte ich mal wieder nach der Technik sehen, ohne wirkliche Verbesserung leider |
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| so putzig |
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| so geil |
Ein paar Tage später nahte endlich Midsommar und uns trieb es abermals raus in die Wildnis.
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| Asphalt ist nicht unbedingt das Mittel der Wahl im Hinterland |
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| eine gute Woche später ist hier in der Nähe dann beim Power Big Meet bei Västeras der US-Car Teufel los (eigentlich sind es jetzt sogar zwei Treffen). Mist, knapp verpaßt |
Wir suchten uns einen See aus um dort die Nacht zu verbringen. Die Schweden hatten sich ebenfalls hier in ihren kleinen Wochenendhäusern eingefunden und feierten diesen Abend.
Das war schon eine tolle Stimmung die dort herrschte. Es ist einfach Mitternacht und es wird nicht dunkel. Überall sind kleine Feuerstellen, oder beleuchtete Häuschen wo gefeiert wird. Ohne Streß oder Krawall.
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| Mitternacht |
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| dunkler wird es nicht |
Dies war wirklich ein schönes Erlebnis und schreit nach einer Wiederholung, bloß dann noch weiter nördlich um es voll auszukosten.
Die nächsten Tage verbrachten wir zb. mit Wandern, dem besichtigen der Umgebung samt auffälliger Bauwerke wie zB. eine Schule mit wildem Schulhof
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| ich mein...das gehört zum Schulhof |
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| das ist schon stark |
Ein weiteres Highlight war der Besuch der Museumsinsel. Vor allem das Wrack der VASA war etwas, was ich unbedingt sehen wollte, wenn ich schonmal hier in Schweden bin.
Auszug von der Internetseite
"Das Schiff Vasa sank 1628 vor Stockholm noch auf seiner Jungfernfahrt.
Nach 333 Jahre am Meeresboden wurde das imposante Kriegsschiff geborgen,
woraufhin es eine neue Reise antrat. Heute ist die Vasa das am besten
erhaltene Schiff des 17. Jahrhunderts und in Stockholm in einem eigens
dafür errichteten Museum zu bewundern."
Und nun mal zum Schiff:
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| Wenn man reinkommt wird man direkt erdrückt... |
Es ist völlig surreal das diese Art Schiffe wirklich auf allen Meeren unterwegs waren, voll mit Mensch und Vieh. und alles ist handgemacht.
Irre und hart beeindruckend.
Das Museuem ist in meinen Augen ein MUSS, wenn man schon in der Ecke ist.
Es ist liebevoll gemacht und besticht mit Bildern und wenigen Videos, Figuren und (teils begehbaren) Modellen, zudem gut und anschaulich erklärt mit unfassbar vielen Geschichten zur Zeit des Unterganges und der Bergung.
Die ausgestellten Fundstücken, welche im und um das Wrack herum gefunden wurden (ja, auch die sterblichen Überreste der Seeleute), wurden sorgsam herausgestellt und runden das Ganze Thema erschütternd genau ab.
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| der blanke Hammer |
So, das war mal gut.
Den Rest des Urlaubes wurde dann Land und Leute erkundet.
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| sieht aus wie einer der unzähligen Seen, ist aber das Meer |
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| das Meer zieht sich in langezogenen Armen und Buchten weit ins Land hinein |
Aber leider geht so ein Urlaub auch mal zuende. Es hieß Abschied zu nehmen und langsam Richtung Schland zurück zu rumpeln.
Gott, diesmal hat es mich richtig genervt wieder heim zu fahren.
Wenigstens gab es was zu sehen, da ich diesmal im hellen über die Brücken kam.
Mein Gefährte hatte aber sichtlich Mühe damit und es wurde auch nicht besser. Der Motor lief nicht sauber, er vibrierte mehr als üblich, lief insgesamt unrund und auch etwas unwillig. Ein paar mal fuhr ich ab um nach Zündung und Kerzen zu sehen. das war aber alles soweit in Ordnung.
Allerdings fand immer wieder mal etwas Wasser in der Schwimmerkammer und im Filter (man nimmt es hier mit dem reinigen der Tankstellentanks wohl nicht so genau, was?).
Das ist sicherlich etwas, was dieses Verhalten erklären könnte.
Einmal ging er mir bei 100 Sachen auf der Autobahn auch einfach aus!
Ich nahm es erstaunlich gelassen, da sich gerade eine Nothaltebucht direkt an einem Feld anbot. Dort trat ich mal kurzerhand aus, da es eh gerade drängte und legte danach einen Startversuch hin. Der Motor sprang an als wäre nix gewesen.
Hä?
Egal jetzt, ich wollte die nächste Fähre erreichen und verlagerte das Problem auf später und hoffte das Beste.
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| Fährhafen |
Auch hier ging es wieder wie geschmiert. Von der Organisation her ist der Ablauf wirklich geil.
Wieder auf teutschen Boden, mußte ich micht zu einer Entscheidung durchringen. Lege ich mich nun noch etwas schlafen, oder krache ich durch bis nach Hause?
Denn wärend es in Schweden herrlich angenehm war, mit rund 20-24°C am Tage, so herrschte hier gerade eine Hitzewelle mit über 35°C. Das wollte ich nicht im prallen Sonnenschein, in meinem Kohlenkasten auf der Autobahn erleben. Somit sputete ich mich und fuhr durch.
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| zwischendurch nochmal getankt, kontrollgeschraubt und nen Kaffee gezogen |
Das war schon auf der Hinfahrt so.
Nach einiger Zeit des stoischen dahinbrummens, kommt so ein Truckergefühl im Transit auf. Das läßt einen ziemlich gut viel Strecke machen.
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| Im Morgengrauen erreichte ich die Ausläufer des Harzes |
Als ich Zuhause eintraff, hatte ich satte 21 Stunden auf dem Bock gesessen....Naja, ich war zumindestens so lange wach/unterwegs. Das war verblüffend, da es sich nicht so anfühlte.
Der Trümmertransit hielt gegen Ende brav durch, aber das Problem ist noch da. Aber das finde ich schon noch raus.Trotz der Neckigkeiten hat er sich als zuverlässiger Begleiter abermals bewährt und die rund 3600 Kilometer klaglos gefressen.
Ansonsten ist zu sagen, das ich auf jeden Fall noch mehrmals da hoch fahren werde, sowie ich kann. Die Grundstimmung der Menschen in diesem Land taugt mir sehr, viele Klischees sind einfach wahr, das Land ist schön und vor allem schön leer (was die Menge an Menschen betrifft).
Nächstes mal mit dem Buick, oder dem Krad.
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