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Donnerstag, 10. April 2025

Taschenspielertricks

So weit, so gut.
 
Die Rüsselsheimer Schandmühle fährt recht brav und es gibt nur noch mittlere Kleinigkeiten die zu erledigen sind bei Zeiten, da sie nur mein Empfinden stören und nicht die Funktion als solches. 
Ein paar Reparaturen hingegen stehen zb. im Bereich Bremse und Fahrwerk noch an, das gehört schon eher zu den zeitnahen Geschichten.
 
ABER zuvor mußte noch schnell was anderes angegangen werden. 

Jetzt als es so langsam mit den Temperaturen hinauf ging, meldete sich auch das rutschen des dritten Ganges wieder. 
Verdammt, es war als mit frischem Öl und nachstellen der Bremsbänder nicht alleine getan.
Ok, also bemühte ich das WHB und das Internet um mich mal über das TH 180 Automatikgetriebe tiefer schlau zu machen.  
Ein simples Getriebe von GM - zumindestens in dieser Ausbaustufe - welches mit halbwegs guter Ersatzteillage gesegnet ist.
 
Aber was ist die Ursache für das rutschen bei Hitze und Last? 
Ein Gespräch mit einem Spezi für Automatikgetriebe - welcher sich auch sehr gut mit dem ollen TH 180 auskennt - brachte mir soweit Klarheit.
Da aktuell keine Brocken in der Ölwanne liegen und auch kein Abrieb zu finden ist, liegt eine andere Idee auf der Hand als ein grober Defekt. 
Die Gummidichtungen der Steuer/Druckventile sind nach rund 46 Jahren einfach hart und lassen bei Hitze (und das Ding wird da unten im Keller richtig heiß) das dann sehr dünne Öl eher durch, somit gibt es Druckabfall und die "Reibscheiben" liegen nicht sauber an und können das Drehmoment nicht weitergeben - Laienhaft gesprochen.
 
Gut, einen Dichtsatz für das Getriebe gibt es und wenn man nicht doof ist UND die passenden Unterlagen hat, dann wäre das zerlegen und zusammensetzen des Getriebes kein Problem. Der Aufbau sei grundsätzlich "Watscheneinfach".
 
Nun, mag sein.
Aber das ist jetzt so gar keine Option für mich. Ich zerrupfe die Karre jetzt auf keinen Fall und ein anderes Getriebe zu besorgen (sind nicht so teuer) macht wenig Sinn - die sind ja alle genau so alt und was die gelaufen haben weiß dann auch wieder keiner so genau.
 
Nach ein paar Tagen grübeln habe ich mich zu einen "Umweg" hinreißen lassen. Finanzieller Aufwand sehr gering und der Einbau geht auch an einen Nachmittag über die Bühne:
 
Ein Getriebekühler:
 
 
Die Idee dahinter ist simpel:
Öl heiß - Gang rutscht. 
Öl kühl (wie morgens bzw. niedrige Außentemperaturen) - kein rutschen.
Also versuche ich so das Öl in einem erträglichen Temperaturbereich zu bringen. 

Dies ist natürlich ein windiger Trick der die Ursache nicht behebt, aber vielleicht die Symptome klein hält.
 
 
Bei der Nummer flog die Kühlerjalousie auch raus. Da der Thermostat ja Neu ist und funktioniert, waren ihre Tage gezählt.
 

zur Erinnerung: der Chokezug unten Links hat die Jalousie betätigt








So, mehr Platz und Luft
 
ein freundliches Schwarz hebt die Laune



Der Zusatzkühler ließ sich recht einfach an den vorhandenen Kühlkreislauf des Getriebes anschließen.
und nach ein paar Wochen über Berg und Tal, Innenstatdtterror in Köln sowie scharfer Autobahnfahrten muß ich sagen, das es bisher funktioniert hat. 
Das rutschen trat garnicht mehr auf.
 
Hmmm, das ist soweit schonmal erfreulich. Jetzt gibt es noch den Sommer abzuwarten, das dürfte nochmal spannend werden.
 
Zudem dachte ich auch noch darüber nach, mir einen Weichmacher zu besorgen um den dem Öl beizumischen. 
Da gibt es so ein paar Produkte die in Automatikgetriebe dürfen. Die Gummidichtungen wieder leicht geschmeidig zu machen, könnte auch noch hilfreich sein.
Zumindestens bei Motor- und Hinterachsöl habe ich damit über die Jahre gute Erfahrungen gemacht.
 
Aber das warten wir mal ab.

Mittwoch, 22. Januar 2025

Ersatzkaffee

Da Fahrzeugtechnisch bei mir gerade ein unnatürlicher Druck in Richtung Neuerwerb ging, waren für mich ungewöhnliche Maßnahmen zu treffen. Sicherlich machte ich mir Gedanken über die Fahrzeuge, welche noch in meinem Besitz sind. Aber diese fielen nach reiflicher Überlegung aus. 

Der Transit ist im Alltag echt nicht so lustig und im Winter noch viel weniger, aber vor allem will ich dem nicht mehr soviel Salz aussetzen. Punkt. Soviele gibt es davon in dieser Konstellation nicht mehr.

Der Cherokee brauchte jetzt zu lange und auch zuviel Arbeit um mal eben auf die Straße zu kommen. Paßt einfach gerade nicht.

Kradfahren alleine fällt auch weg, denn hier ist so richtig Winter, seit Wochen so mit strengem Frost, Eiskratzen usw. und sehr viele Nebentraßen sind schlicht nicht geräumt. Och, das ist sogar mir zu gefährlich.


Nun gut, das klopfen auf die Büsche förderte auch so einiges Zutage. Allerdings war es entweder indiskutabel weil zu modern oder scheißhäßlich, dann wieder zuviel Arbeit für zuviel Geld, oder geil aber über dem Budget, oder schlicht viel zu viel Arbeit für den bestehenden Zeitdruck. 

Also gab es einen Schnelldurchlauf durch das Netz mit einer etwas anderen Suchprämisse: Alt genug um selber schrauben zu können - sprich sowas wie Vergaser, keine Sensoren ect., gültige HU, am Besten noch angemeldet, Heckantrieb, Preislich im unteren Rahmen angesiedelt. Arg zu klein sollte es auch nicht sein.

Dazu dahinter gestaffelt der Gedanke vielleicht nix zu kaufen wo man jetzt das Herz unbedingt dran verliert, aber man auch nicht Anschlag kotzen muß wenn man drin sitzt. Den Wagen wieder abgeben zu können ohne Herzschmerz zu bekommen wäre schon sinnvoll. Ich spielte auch kurz mit dem Gedanken nen W123er zu besichtigen. Den finde ich schon schlimm - besonders Innen - aber im Gegensatz zum indiskutablen W124 ist der noch erträglich und ließe sich auch recht gut wieder verkaufen. Egal ob Benziner oder Diesel.

Es gab so ein paar passende Angebote, aber oft hart weit weg. So richtig zum zünden kam es aber nicht und nach einigen Besichtigungen und Seiten durchsuchen war ich auch etwas Kopfmüde. Irgendwie nix am Start. Wieder mal war es meine bessere Hälfte, welche in solchen Situationen bisher ein nahezu unheimliches Talent besitzt etwas zu finden. Bei einem gemütlichen Abendessen in einem Restaurant sprachen wir über die zähe Suche und sie suchte selber kurz nebenbei auf dem Terrorfon, präsentierte mir nach ungefähr 20 Sekunden eine Anzeige - welche gerade erst seit einer halben Stunde online war - mit den Worten: "Und was ist mit dem?".

Wat? 

Foto aus der Anzeige

Hmm, das war von allen Parametern am nächsten dran. Das ich sowas mal sagen würde, oh mein Gott. 79er Opel Rekord E, 1.9er Automatik, Vergaser, gültige HU, Zwotürer, Heckantrieb, wenig Vorbesitzer, wenig gelaufen, Preis erstmal Ok. Also direkt mal angesaugt, Termin gemacht und am nächsten (wunderschönen) Wintermorgen einen Roadtrip 170km in Richtung Norden bestritten.

Ich war vor Ort noch nicht ausgestiegen, da flogen die Sprüche zwischen mir und dem Verkäufer schon hin und her. Wir verstanden uns auf den Schlag sofort. Das war ein Spaß und trug auch mit dazu bei das ich den Wagen - nach einem ordentlich Preisnachlass - am Ende kaufte. Geht doch nix über Wohlfühlshoppen.

Papiere mitgenommen, zwei Tage später die Mühle umgemeldet und Hopplahopp, ein Roadtrip stand an. 

Früh morgens, schön mit Werkzeug und Kaffe eingedeckt ging es los.


Erst aber den Hobel freikratzen

am allererstestens aber mal reinkommen

ist ja ihr Auto


Das Wetter war der Wahnsinn


Je weiter wir Richtung Norden kamen, desto mehr Nebelbänke gab es

Bei dem Nebel den wir hier in letzter Zeit haben, viel uns eine Scheiße richtig bitter auf. Diese ganzen ach so tollen Huppifluppi-Kisten können ja alles Mögliche. Aber dem Hirntoten Affen hinter dem Lenkrad sinnvoll zu unterstützen geht nicht. Von allen Autos die wir im zeitweise wirklich dichten Nebel sahen, hatte von den neuen Eimern - also die LED-Tagfahrlichtgurken - bis auf zwei(!) Ausnahmen keiner das Licht an! Von der Nebelschlussleuchte ganz zu schweigen. Hinten ist alles Finster. Das muß man sich mal reinziehen!

Natürlich ist das der Otto am Steuer schuld, der trägt ja die Verantwortung. Aber bei einem Auto das einem sogar den Schulterblick abnimmt und dabei auch noch den Anus massiert wärend man sich dabei auf Fotzbook die neusten Banalmüll reinziehen kann, geht der geneigte Lenker wohl davon aus das die Mutti Mühle das schon machen wird. 

Lebende Leichen.

Nun gut, wir kamen zumindestens dank eigener Überlebensinstinkte sicher beim Verkäufer an, hielten ein Pläuschen, gossen 5 Liter in den ratzekahlen Tank und dann ging es los Richtung Heimat. Da der Wagen die letzten Jahre eher rudimentär bewegt wurde, war ich etwas angespannt. Hatte bei der Probefahrt schon so ein zwei Sachen bemerkt, aber sei es drum. Wird schon werden. Der Verkäufer sah es wohl auch heiter bis wolkig und überreichte mir zum Abschied noch einen Talisman. 

Auwei



Erster Halt war die nächste Tanke.

natürlich falschrum angestellt

Hä? Kommt da der Sprit wieder unten raus? Ja.

Alleine die Zwei machen dem Wort Flottenverbrauch alle Ehre

Aber hier war auch ein geeignetes Plätzchen um mal etwas genauer zu gucken und ein paar Dinge zu richten.



Luft für die steinalten Pneus


Man, mit den Arbeitsklamotten sehe ich aus wie mein eigener Opa

Die Zündanlage war augenscheinlich Neu und auch soweit richtig eingestellt, also wurde mal am Vergaser gedreht, da der Motor nur mit Choke an blieb. Nach einigem hin und Her wurde dann eine Einstellung gefunden bei der er brav lief. Nicht supergut, aber reicht zum fahren.

Sooo, den ersten Kaffee hatten wir uns verdient. War ganz schön kalt


Weiter ging´s


Aber nicht lange ^^

Nach ein paar ruhigen Kilometern, nahm plötzlich die Leistung ab und die Gasannahme wurde unter Protest verweigert. Nanu? Mein Gefolge verriet mir das da Flammen aus meinem verchrohmten Endröhrchen entwichen. Hmm, das kann viel sein. Einiges davon auch sehr unerfreulich, aber auch hier gilt: erst einmal das naheliegenste/einfachste annehmen. Und was ist die Fehlerquelle Nummer Eins? Die Zündung!

Er war´s

Nein, ich war´s. Hatte vorher an der Tankstelle den Verteilerfinger nicht tief genug aufgesteckt und er ist gewandert. Gab zum Glück keinen Bruch. Superschrauber *Hüstel*


Dreck. Der Hobel schlägt immer noch Leck. Merke: nicht mehr volltanken. Ist eh besser für die Geldbörse

Ab da ging es dann über Land ohne besondere Ereignisse bis zum Wohnort von nem Kumpel. Der war aber nicht da - was wir schon wußten - aber unser Weg führte genau dort vorbei und dort wollte ich dann auch auf die Autobahn, da der Wagen bisher einfach lief und ich somit genug Vertrauen hatte das es auch so auf der Bahn weiter geht.




Unser Kumpel war zwar nicht zuhause...

...dafür trafen wir seinen Nachbarn. Zu geil, und der sagt noch das er maximal einmal pro Jahr mit dem Ding zum tanken fährt, hehe. Wenn das kein Zufall ist?

Wärend wir so Kaffee tranken, begutachteten wir den Neuerwerb mal ein bissel und ließen die harten individuellen Auswüchse des (verstorbenen) Vorbesitzers auf uns wirken.






Der skurillen Dinge gibt es mannigfaltig an dem Wagen, aber das zeige ich Euch gesondert noch.

Dann zogen wir weiter durch schöne Lande und hielten später noch zum Einkaufen wo man doch schon mit zwei Autos unterwegs ist.

 



















So, bis auf ein nicht so schönes Geräusch - was mich aber nicht so hart beunruhigt weil ich mir schon denken kann wo das her kommt - war soweit alles tutti. Läuft ruhig und langweilig. Die Reifen sind bissel überaltert, so schlappe 14 Jahre. Ach stimmt ja garnicht, das aufgesetzte Ersatzrad hat nen Reifen aus den 90ern montiert. Der Tank hörte erst nach gut 130 Kilometern auf sich seines Inhaltes zu entledigen, zumindestens in Richtung Straße. Richtung Motor stehen die Leitungen offen. Da muß ich mal ganz bald den Vergaser richtig einstellen. 

 Alles in allem bin ich erstmal zufrieden. Paßt schon für nen Ersatzkaffee

 

Das Beste habe ich ja noch garnicht erwähnt: ist sich rostfrei dem Gerät.