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Sonntag, 10. Juli 2022

Vermessenssache

Jaha, ab und zu habe sogar ich den richtigen Riecher. Mir hat das Ergebnis der letzten Messung der Zylinder vom Nailheadmotor nicht gepaßt. Sicherlich, wer möchte schon hören das sein Motor verschlissen ist?

Aaaaber das Ausmaß des Verschleißes erschien mir irgendwie zu krass.

 

Beispielhaft gesprochen: 

Der Motor hat Kolben im zwoten Übermaß verbaut. Laut Werkstatthandbuch gibt es nur noch eine dritte und finale Ausbaustufe. Heutzutage gibt es aber Übermaßkolben (und die Methoden zum bohren sind auch exakter geworden) die über dieses finale Maß von 1963 noch zwei Stufen hinausgehen - darüber hinaus sollte der Motor laut Messung aber verschlissen sein....

Hmmmm, fand ich jetzt irgendwie hart drüber. Der Motor hatte eine gute Kompression und klapperte garnicht. Öl gefressen hatte er augenscheinlich hauptsächlich wegen einem gebrochenen Ölabstreifring.

Ja gut, blabla. Ich wollte es einfach nochmal gemessen haben. Mit einer Meßuhr im hunderdstelschritten und nicht tausendstel, sowie in Ruhe und ohne Restalkohol wie beim letzten mal...*Hüstel*


Eine niegelnagelneue Leihgabe


eine 10 € Bügelmesschraube (100 - 120mm) aus der Grabbelkiste in Ellringen - brauchte ich, denn alle anderen die hier rumfliegen sind schlicht zu klein für die Kolben. Und ja, die ist exakt - haben wir auch nachgemessen ^^


der Patient

Lesen, messen, sich selber überprüfen, nochmal messen



Wir hatten die richtigen Umrechnungstabellen dabei, haben es in Ruhe gemacht und das Ergebnis war dann doch besser als bei der letzten Messung. Eigentlich hatte man sich damals fast nur mit dem Komma vertan (Ok nicht ganz, aber grob gesehen schon). Prinzipiell steht der Zylinder fast genau - also sogar ziemlich genau schon - auf dem nächsten original vorgesehenen Übermaß. Was auch iiiirgendwie schräg ist, aber somit käme ich sogar um das bohren/schleifen rum. 

Amerikanisch gesehen: Hohnen, Übermaßkolben und Ringe besorgen, einbauen.

Joa, das mache ich wohl auch so. Und zwar selber. Was habe ich zu verlieren? Das mit den Motorenbauern hat ja jetzt schon so oft nicht funktioniert, kaputtmachen kann ich das auch billiger.

Dienstag, 4. Oktober 2016

Rohrkrepierer

Dieses Jahr bin ich brutal wenig mit dem Buick gefahren. Der 170er hat viel Zeit in Anspruch genommen und ich fahre einfach zu gerne Motorrad. Somit gab es bisher nicht viel Gelegenheiten für den Dicken.
Aber letztes Wochenende gab es doch mal Auslauf für den Südstaatler.
Wir waren auf einer Hochzeit bei Frankfurt eingeladen. Und als Langstreckenbomber ist der Buick für mich unschlagbar.
Hat auch alles gut funktioniert. Stau, Autobahn, viel zu kleine Innenstadtsträßchen und noch kleinere Parkhäuser.

Das Auto ist so geil.

Wie dem auch sei. erschreckend war bei den rund 500 Autobahnkilometern und Innenstadtgegurke, daß wir sage und schreibe nur vier alte Karren gesehen haben!
Wie kann das sein? Bombenwetter und nix unterwegs? Zum kotzen.
Ein 57er Chevrolet Bel Air, ein 62er VW Käfer, ein 123 und einen Arschlauter Plymouth Challenger war alles was uns unter die Augen kam.

Aber was eigentlich wichtiger ist, war der Umstand, das der Buick super lief - wie gewohnt - und mal eben vor der Haustüre verreckt ist. Bis zur Haustüre ging alles gut, aber am nächsten Morgen war tote Hose angesagt.
Kein Mucks war dem Auto zu entlocken bzw. dem Anlasser.

Huch? Was geht?

Hmm, das Kabel zum Anlasser wurde ganz schön heiß wenn man den Zündschlüssel in die Anlassposition drehte.
Tjaaa, ich hoffte das es nicht der neue Anlasser ist, welcher hier das Problem macht.
Aber ich hatte just keine Zeit mehr mich darum zu kümmern, da Termine mich drängten.
Also Fahrzeug gewechselt und es später in Angriff genommen.










Viel Lärm um nix, hihi


Ein paar Tage später (jaja, volles Programm und keine Zeit für den armen Autowagen) konnte ich mal in den Motorraum kriechen. Am Kabel wackeln brachte nix. Also unter das Auto und mal direkt am Anschluss wackeln. Hmm, der war fest verschraubt.
Mist.
Dann mal am Kabel entlanggeknetet, wärend ein Helfer (Danke Rene´) am Zündschloß drehte.
Und siehe da: der Anlasser drehte plötzlich.

Also ab in Richtung Halle gestartet um dem Übel mit Werkzeug bei zu kommen:


Das war der vermeintliche Übeltäter. Ich vermute Kabelbruch. Beim Messen war allerdings Durchgang vorhanden...

Ab der Steckverbindung gab es das neue Kabel


Also bisher läuft alles reibungslos. Aber ein leichter Zweifel bleibt, ob es wirklich nur das Kabel war. Nicht das der Neue Anlasser doch einen weg hat.
Zumindestens wird es hier aber auch langsam mal Zeit, den Kabelbaum neu zu machen.
Der ganze Krempel ist ja nun auch schon zu großen Teilen über 50 Jahre alt.

Mittwoch, 2. September 2015

Push Rod Cover Gasket

Hach ja, kaum ein paar Tage frei, schon wird wieder mal geschraubt. Die Dichtungen aus den USA sind eingetrudelt. Der Motor ist immer noch inkontinent und das vor allem im oberen Bereich. Das nervt mittlerweile, da es schon keine Anstandströpfchen mehr sind die sich unter dem Wagen auf der (mittlerweile ständig mitgeführten) Pappe sammeln.

Also: Vergaser ab, Ansaugbrücke weg und schon lag der vermeintliche Übeltäter vor mir. Push Rod Cover schimpft sich das ganze. Die Dichtung dazu folgerichtig Push Rod Cover Gasket.
Soso...
Naja, die besagte Dichtung des besagten Deckels stand halt im Verdacht undicht zu sein. Sah nach der Demontage auch schwer danach aus.
Nun ja, mal abwarten. Es könnten ja auch noch die Zylinderkopfdichtungen sein....

losgelegt habe ich noch im hellen...


Vergaser runter...



Die Brücke war garnicht mal so schwer wie befürchtet. Hatte ja schon so diverse Horrorgeschichten darüber gehört.

die neuen Dichtungen: Deckeldichtung und zwei Metalldichtungen für die Ansaugbrücke

da ist der Übeltäter



hier drin sieht es erstaunlich gut aus

Alte, drübergejauchte Farbe runter.

Ach guck: ein paar Bezeichnungen kamen auch zum Vorschein



neue Fußdichtung von Victor Reinz


Da der Edelbrockvergaser keine Vorwärmung benötigt bzw. nicht dafür konstruiert ist, kann ich die Originaldichtung nicht so verwenden wie oben abgebildet. Dann würden nämlich die Abgase in den Ansaugtrakt gelangen. Das wäre leicht bescheiden. Also habe ich die Dichtung verkehrt herum eingebaut und eine dünnere ohne Ausspaarung darüber gelegt. Paßte erstaunlich gut.


Dichtungen druff...

Brücke druff, gaser druff. Fertig.

Nicht ganz! Kerzen noch neu.

So, das wäre schonmal geschafft. Hat leider auch bis spät in den Abend gedauert.
Bisher ist alles dicht und der Wagen läuft brav wie eh und jeh. Heute noch nen Ölwechsel gemacht und das war es für´s erste. Jetzt steht erstmal `ne neue HU an.

Dienstag, 5. Mai 2015

Ich geh nicht zum Arzt

Meine Neugier hat mich am Samstag dazu bewogen, dem verdammten Ölverbrauch am
8 Zylinder näher auf den Grund zu gehen.
Ich habe mich die Tage zuvor sehr intensiv mit Literatur und WHB auseinandergesetzt. Der Nailhead ist kein leichter Gegner und bedarf einer bedachten Herangehensweise. Eine zudem (meiner Meinung nach) sehr gute Internetseite ist jene hier:
http://nailheadbuick.com/nailing-down

Nun ja, generell neigt der Motor zu einem erhöhtem Ölverbrauch, da er keine Ventilschaftdichtungen besitzt. Sollten die Ventilführungen ausgeschlagen sein, dürfte der Verbrauch aber exorbitant nach oben schnellen.
Gut, bei meinem Motor ist nur der 8 Zylinder derjenige welche, der Öl verbraucht. Und zwar so extrem, das die Kerze innerhalb kürzester Zeit massive Ablagerungen anreichert. Es rußt wie blöde aus der linken Zylinderbank und wenn man durch das Zündkerzenloch hereinschaut, dann ist der Kolbenboden richtig Nass von Öl. Sieht man sich die Kipphebel an, ist deutlich zu erkennen das hier schonmal Hand angelegt wurde. Kompression ist aber supi.
Gemurkst? Falsche Ventile eingebaut und somit die Führungen zerballert? Deswegen hoher Verbrauch? Kipphebelwelle falsch herum montiert? Das sorgt dann aufgrund der Konstruktion ebenfalls für starken Verbrauch am hinteren Zylinder (der am tiefsten liegenden Punkt, der Motor hängt ja nach hinten geneigt im Motorraum...) .
Man weiß es nicht. Es gibt so einige Möglichkeiten.

Naja, ich hatte mir zumindestens mal Ventilschaftdichtungen zum überziehen besorgt (ja, das gibt es) und wollte den Versuch starten dem Problem damit Herr zu werden.
Also Deckel ab und als erstes mal die Einbauposition der Welle kontrollieren. Mist! Die war schonmal richtig rum montiert. Tja, also daran lag es nicht.
Hmm, naja erstmal Ventilschaftdichtungen druff und mal fahren. Vielleicht ist dann alles jut.
Also Kerze raus, Kolben auf OT gestellt und den Brennraum mit Kabel von der Rolle gefüllt um das Ventil nachher am durchfallen zu hindern. Selbstgebastelten Ventilfederdrückerdingens angesetzt, Federn nieder gedrückt, Sicherungskeile raus und die Federn samt Teller demontiert.
Tja, aber was sahen meine trüben Augen? Es waren schon Dichtungen verbaut. Oha! Da war schon jemand auf der selben Fährte unterwegs (allerdings sind auf allen Ventilen Dichtungen drauf. Dabei sollen sie nur auf den Einlassventilen sitzen. Die Auslaßventile benötigen das Öl).

Das ist nun aber ganz doof - für mich. Denn nun bleibt eigentlich nur eine Ursache übrig: Ölabstreifring gebrochen.
Tjaja, Hoffnung ist die Weide auf der die Narren grasen.
Na gut, also fange ich schonmal an Verschleißteile und Dichtungen bis zum Winter ranzuschaffen. Dann kommt der Motor mal raus und wird ordentlich durchgeprüft.
Bis dahin ignoriere ich das alles mal weg ^^





funktioniert erstaunlich gut


Hmm, schon Dichtungen montiert...

hier diejenigen die ich besorgt hatte

den mitgelieferten Kunststoffpräser übergezogen, damit das Teflon der Dichtung keinen Schaden bei der Montage nimmt